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Theater der süchtigen Minderjährigen

Unsere Zusammenarbeit mit dem katholischen Zentrum für Erziehung und Therapie für Jugendliche (Ośrodek Wychowania i Terapii Młodzieży) in Bielsko-Biała reicht bis an die Anfänge unserer Tätigkeit. Der Theaterunterricht wurde in das Programm der Einrichtung aufgenommen, da es dazu dient Interessen der Schützlinge heraus zu finden. Das Theater hilft im therapeutischen Prozess der Wiederanpassung an Gesellschaft.

Zu Beginn der Durchführung des Werkstattprogrammes an diesem besonderen Ort dachten wir nicht an die therapeutische Funktion der Kunst. Stattdessen wollten wir den Teilnehmern durch die gemeinsame theatrale Arbeit „Hoffnung“ geben. Die ersten Theateraufführungen, die wir mit viel Aufwand und Schwierigkeiten auf die Beine gestellt haben, waren für uns der Beginn Werte im Theater zu entdecken, die wir bisher nicht vermutet hätten.

Das Werk, das in einer Gemeinschaft von Menschen entsteht, die dramatische Lebensereignisse hinter sich haben und deswegen in Isolation verweilen, hat eine spezifische Eigenart. Es ist geprägt von tiefgreifenden Bedürfnissen, schwierigen Gefühlen, Ängsten und Sehnsüchten. Es hilft dabei eine Beziehung zu Welt auf zu bauen an der man familiärer und gesellschaftlicher Verbindung verloren hat. In dieser Welt gilt es sich wieder zu finden. Das ist eine sehr schwierige Herausfoderung. Das Theater erlaubt die Kraft des Erfolgs, Akzeptanz und Freude aus den erreichten Zielen zu ziehen. Manchmal hilft das Theaterspielen beim Vergessen von Problemen, die unlösbar scheinen. Es füllt eine Leere, was dazu führt, dass Gedanken und Gefühle eine neue Perspektive bekommen.

Während unserer künstlerischen Unterfangen blättern wir nach verschiedenen literarischen Inspirationen und Themen sehr unterschiedlicher emotionaler Temperaturen und extrem andersartiger Inhalte zum Thema „aus dem Leben gegriffen“. In unseren Stücken benutzen wir auch verschiedene Ausdrucksmittel. Dabei berufen wir uns oft auf visuelle Vermittlung und schränken die Fuktion der Sprache ein. Das Bild, die plastische Vision oder auch die Bewegung bildeten grundsätzlich eine Ergänzung zur verbalen Erzählung. Gewöhnlich konnten wir unsere Werkstattteilnehmer davon überzeugen Elemente der Puppenkunst zu verwendeten.

Die Aufführung, die am stärksten in der künstlerischen Biographie der Gruppe sichtbar und zweifach neu besetzt wurde, bleibt Sztuka latania (dt. die Kunst des Fliegens, 2001 - 2003). Die literarische Grundlage war Möwen von Richard Bach. Ein Werk über Einsamkeit, Ablehnung und den schwierigen Weg des idealistischen Handelns. In dem Stück spielte eine große Figur eine Vogels, der aus Abfallresten gebaut wurde: Plastikflaschen, Folie, Materialfetzen.

Die Aufführungen der Fundacja Nadzieja-Teatru (Stiftung Hoffnung des Theaters) wurden oftmals dem Publikum in Bielsko-Biała gezeigt. Das Stück war auch in Kielce (Ogólnopolska Konferencja pod hasłem Zdrowie młodzieży dt. Polenweite Konferenz unter dem Motto Gesundheit der Jugendlichen), in Warszawa (Ogólnopolskie Forum Inicjatyw Pozarządowych dt. Polenweites Forum der Nichtregierungs-Initiativen), in Łodź (Biennale Terapia i Teatr dt. Biennale Therapie und Theater), in Katowice (Dzień Czystego Powietrza dt. Tag der sauberen Luft) und in Dolny Kubin in der Slowakei. Die Gruppe nahm am bildenden Fernsehprogramm „na żywo” (dt. Live-Übertragung) des Fernsehsenders Kraków und an einem viersprachigen Jugendaustausch in Griechenland teil (2006).

Über die Effekte unserer Werkstattarbeit schreibt Adam Kasprzyk, Leiter des Zentrums „Nadzieja” Folgendes:

Als ich Proben und Aufführungen beobachtete, sah ich wie sich die Jugendlichen auf der Bühne veränderten. Das war faszinierend. Später nahm ich selbst an Werkstätten teil und spürte, dass man auf der Bühne jemand anders sein darf. Ich begann mir Gedanken zu machen, wie man Therapie und Theater miteinander verbinden kann. Daher stammt mein Interesse an psychologischen Theatermethoden, die ich als Therapie in meinem Zentrum eingeführt habe. Durch das Spielen von Rollen, gelangt man an den Kern der Sache, erfährt man Wahrheiten, welche man auf der Bühne nicht verstecken kann. Die Theatererfahrungen der jungen Leute kehren in die Sprechstunden der Einzeltherapien zurück. Wenn wir uns unterhalten erinnern sich unsere Schützlinge manchmal an ihre Bühnenerlebnisse. Jemand, der sein vergangenes Selbst, eine süchtige Person, gespielt hat ist entsetzt, was er auf der Bühne erlebt und aus neuer, nun nüchterner Perspektive gesehen hat. Jemand anders, hat sich gegenteilig vergegenwärtigt, dass er weiterhin nicht in der Lage ist ohne kiffen zu leben. Und das ist ein wichtiger Ausgangspunkt für ein Gespräch, um an sich zu arbeiten. Eine sehr wertvolle Erfahrung ist das Spielen einer neuen Rolle, etwas zu berühren, dass im reelen Leben bisher fehlte. Und zu entdecken, dass es gut ist so jemand zu sein, da es sich lohnt neue Wege zu suchen.

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